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Unser grünes Gewissen und der Hunger der Welt

Basierend auf übervollen Nahrungsmittellagern vor 3 Jahren haben viele Länder beschlossen die Förderung von nicht-fossilen Treibstoffen (durch Biomasse) zu intensivieren. Die Preise für Rohstoffe lagen damals so tief, dass es für die Produzenten lohnender war die Ernte zur verbrennen als diese als Nahrungsmittel auf dem Markt anzubieten.
Heute, da unsere Lager leer sind liegt die Situation total anders und diese einst heren Ziele der Energieförderung erweisen sich als Bummerang. Dadurch, dass für Nahrungsmittel als Grundlage für Treibstoffe mehr Geld verdient werden kann als durch den Verkauf zum Essen, stiegen und steigen die Preise beinahe täglich. Reis hat sich verdreifacht, Weizen verdoppelt und auch Mais wurde immens teurer in den letzten Jahren. Jetzt besteht für arme Menschen, die bis zu 80% ihres Einkommens für Nahrungsmittel aufwenden müssen, eine untragbare Situation: Sie können die höheren Preise gar nicht bezahlen und müssen hungern!

Zusätzlich kommt hinzu, dass die Produzenten in armen Regionen praktisch gezwungen werden für den Weltmarkt zu produzieren und nicht für lokale Märkte. Das Problem kommt daher, dass die internationale Gemeinschaft als Geldgeber für die armen Länder, diese Gelder auch verzinst zurückhaben will. Dazu braucht es Devisen, da die lokalen Währungen meist viel zu hohen Inflationsraten ausgesetzt sind. Und Devisen kriegt nur wer Geschäfte mit dem Ausland macht. Dadurch, dass auch solche lokalen Produzenten nun eher für den Weltmarkt produzieren kommt es zu einer zusätzlichen Verknappung von Lebensmitteln in diesen Ländern, welche wiederum zu einer Verteuerung der Endprodukte führt.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass in den letzten Jahren die Energiepreise massiv gestiegen sind. Damit stiegen auch die Kosten für den Transport von Nahrungsmitteln und auch dies hatte preistreibende Wirkung.

Daneben ist es auch so, dass Spekulationen auf den Warenterminmärkten in einem gewissen Grad zu diesen Preiserhöhungen beigetragen haben. Heute ist es möglich mit nur 5% Eigenkapital via Kontrakte die gesamte Sojaernte in Brasilien aufzukaufen! Gewisse Kontrakte wechseln bis zu 100 Mal täglich den Besitzer. Alles mit dem Ziel der Gewinnmaximierung.

Es mag uns paradox erscheinen, aber unser Streben für die Umwelt führt dazu, dass Menschen verhungern müssen. Dass Kinder zu schwach sind um in die Schule zu gehen und Schäden für ihr ganzes Leben davontragen. Unser grünes Gewissen und unser Streben nach Gewinnen töten Menschen in anderen Teilen dieser Welt!

Wir haben eine Verantworung für diese armen Menschen und es ist an der Zeit, dass wir einsehen, dass es nicht sein kann Gewinne um einen solchen Preis einzufahren. Die internationale Gemeinschaft muss den ärmsten Ländern die kompletten Schulden und jegliche Zinszahlungen erlassen. Nur so sind diese nicht darauf angewiesen Devisen zu erwirtschaften und haben so die Möglichkeit für die eigene Bevölkerung zu produzieren.

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