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Hurrikan Katrina

23.-31. August 2005

Überblick: Der Orkan bildete sich am 23. August während der atlantischen Hurrikansaison 2005 über den Bahamas und überquerte Florida zunächst als gemäßigter Hurrikan der Stufe 1, bevor er im Golf von Mexiko rasant an Stärke gewann und zu einem der heftigsten Wirbelstürme wurde, die dort jemals verzeichnet wurden. Als er das Land erreichte und die Überflutung von New Orleans auslöste, hatte er allerdings schon wieder bedeutend an Energie verloren und war auf Stufe 3 zurückgefallen.

Details: Am 23. August bildete sich bei den südöstlichen Bahamas das zwölfte tropische Sturmtief der Saison als Folge der Wechselwirkung einer tropischen Welle und den Überbleibseln des zehnten tropischen Sturmtiefs. Unter günstigen Voraussetzungen konnte sich daraus schon am Morgen des nächsten Tages ein gewaltiger tropischer Sturm entwickeln, der fortan den Namen „Katrina“ trug. Er zog in Richtung Florida. Am Morgen des 25. August 2005, kurz nachdem Katrina als Hurrikan Stufe 1 klassifiziert wurde, zog er in der Nähe von Miami zwischen den Städten Hallandale und Aventura über die Südspitze Floridas. Neun Menschen kamen dabei ums Leben. Katrina schwächte sich über Land leicht ab und wurde für einige Stunden vom Hurrikan zum Tropensturm herunterklassifiziert.

Eine Stunde nachdem er den Golf von Mexiko erreicht hatte, erlangte er wieder den Status eines Hurrikans. Hohe Temperaturen und die ringförmige warme Meeresströmung im Loop Current, einem Teil des Golfes von Mexiko, führten dem Sturm rasch neue Energie zu.

Am 27. August erreichte der Sturm die dritte Stufe der Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala, wodurch er zum dritten Großen Hurrikan des Jahres anwuchs. Am Morgen des 28. August 2005 wurde er schließlich in Stufe 5 eingestuft und um ein Uhr nachmittags erreichte er seine maximale Stärke. Katrina war zu diesem Zeitpunkt mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 280 km/h, Sturmböen von bis zu 344 km/h und einem Luftdruck von bis zu 902 mbar einer der schwersten gemessenen Stürme im Golf von Mexiko, wurde aber nur wenige Wochen später von Hurrikan Rita übertroffen.

Etwa 1,3 Millionen Menschen verließen nach entsprechenden Aufrufen der lokalen Behörden das Gebiet rund um New Orleans und flüchteten bis nach Texas. In den frühen Morgenstunden des 29. August 2005 (Montag), kurz nachdem er auf die Stufe 3 zurückgestuft wurde, traf er bei Buras-Triumph in Louisiana auf die Südküste der USA. Beim Auftreffen auf das Festland verringerte sich die Windgeschwindigkeit auf 200 km/h. Nachdem er sich über das südöstliche Louisiana bewegt hatte, wurde er in der Nähe des Mississippi zum dritten Mal von Land gesichtet.

Am 26. August wurde die Möglichkeit einer noch nie da gewesenen Katastrophe fest einkalkuliert. Viele Computermodelle hatten den potenziellen Weg von Katrina 230 Kilometer westlich vom Nordwesten Floridas festgelegt, die Stadt New Orleans lag genau im Zentrum der wahrscheinlichsten Route. Die Wahrscheinlichkeit eines direkten Zusammenpralls betrug 17 %, am 28. August erhöht auf 29 %. Die Risiken eines direkten Aufpralls des Hurrikans auf New Orleans waren bekannt: Studien der Federal Emergency Management Agency und des United States Army Corps of Engineers hatten bereits davor gewarnt, dass dies zu einer massiven Überflutung führen könnte. Dadurch würden Tausende ertrinken, noch viele weitere würden an Krankheiten und an Mangel an sauberem Trinkwasser sterben, da sich das Flutwasser nur langsam aus der Stadt zurückziehen würde. Abgesehen von möglichen Dammbrüchen sollte das vordere rechte Viertel des Hurrikans mit den stärksten Winden eine 8,5 Meter hohe Flutwelle verursachen; die Funktionsträger des Notfallmanagements befürchteten, dass diese die Deiche der Stadt New Orleans überwinden könnte und so eine Flutkatastrophe verursachen würde. Die besondere Gefahr für New Orleans beruhte auf seiner Lage: Insbesondere die Gebiete am nahe gelegenen Pontchartrain-See befinden sich unter dem Niveau des Meeresspiegels, die Stadt selbst zu etwa 80 %, ihr näherer Umkreis zu etwa 20 %.

Deshalb sollten die Stadt New Orleans und die gefährdeten Bereiche Louisianas an diesem Tag erstmals zwangsevakuiert werden. Ein Hurrikan der Stufe 3 hätte den Southeast Louisiana Hurricane Evacuation and Sheltering Plan vom Januar 2000 auslösen sollen. Der Plan verteilte klar die Zuständigkeit der staatlichen Stellen; Personen, die über keine Kraftfahrzeuge verfügten, sollten mit Schulbussen evakuiert werden. Die Busse versanken jedoch ungenutzt. Wer die Stadt nicht rechtzeitig verlassen konnte, sollte jetzt im Louisiana Superdome, dem Football-Stadion in New Orleans, Zuflucht finden. Die Zahl der Menschen, die in den Superdome flohen, lag zwischen 20.000 und 60.000. Auch der Superdome wurde während des Sturms schwer beschädigt und später von den Fluten eingeschlossen, so dass er ebenfalls evakuiert werden musste.

Satellitenaufnahme von Katrina vom 25/08/05 zur Zeit der grössten Ausdehnung

Satellitenaufnahme von Katrina vom 25/08/05 zur Zeit der grössten Ausdehnung

Aufnahme aus dem Auge von Katrina

Aufnahme aus dem Auge von Katrina

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