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Geschafft

Was für ein Wochenende war das für uns St. Galler. Zum einen den FCZ aus dem Cup gebügelt und zum anderen verhindert, dass unser selbsternannte Bergbauer (aka Tonneli Brunner) in den Ständerat kam. Und als Krönung des Ganzen wurde auch der CVP-ler (Hüppi) nicht gewählt, sondern einer der „linkesten“ und dienstältesten Parlamentarier: Paul Rechsteiner.

Zugegeben ich hatte vor der Wahl meine Zweifel ob seine Kandidatur nicht der CVP Stimmen kosten würde und dann dem Toni zum Sieg verhelfen würde. Aber wie es scheint haben die Stimmbürger einen Ausgleich zur bereits gewählten „Law&Order“-Politik durch KKS (aka Karin Keller-Sutter) schaffen wollen. Alles in allem also ein sehr erfreuliches Weekend. So kann es weitergehen 🙂

Und wie könnte es anders sein, sieht die SVP in ihren Niederlagen (von Aargau bis Zürich) eine „Verschwörung“ aller anderen. Bekannte SVP-Exponenten (z.B. Rickly, Brunner, Blocher und Mörgeli) sehen ihre Niederlage darin begründet, dass alle anderen einen „Anti-SVP-Reflex“ hatten und sich zusammenschlossen um die SVP zu verhindern. Sorry aber so paranoid sind nicht mal die obligaten Weltverschwörer. Die SVP hat die Kehrseite ihrer jahrelangen Argumentation einfach nicht verstanden: 30% sind für die SVP, das heisst aber auch 70% sind dagegen. Ob man da von einer Verschwörung sprechen kann, weiss ich nicht so recht v.a. weil das bereits ein jahrealter Trend ist.

Evetuell ist die SVP ja nur auf eine gute alte Schweizer Eigenschaft hereingefallen: Geht es nämlich nur noch drum wie hoch man gewinnen wird, dann verliert man. Das zeigt die Schweiz in allen möglichen Sportarten: Putzen den Weltmeister weg und verlieren dann gegen Luxembourg oder so. Diese Überheblichkeit ist für mich der wahre Grund der SVP-Niederlage(n) und herrlich daran ist, dass die SVP hier niemandem als sich selber die Schuld geben kann. Wer solche Arroganz an den Tag legt, braucht sich nicht wundern wenn der Schuss nach hinten resp in den Ofen losgeht.

Das jetzt gerade die am lautesten heulen, die sonst dem politischen Gegner schlechte „Verliererschaft“ attestieren finde ich einfach nur schön. Vielleicht sollte die SVP mal endlich einsehen, dass man mit den immer gleichen Sprüchen einfach nicht weiterkommt. Bis zu einem gewissen Wähleranteil kann man mit polemischen Sprüchen und Angstmacherei durchaus Stimmen gewinnen. Aber irgendwann mal wollen die Wähler auch Taten sehen und nicht nur warme (Oppositions)-Luft. Mit dieser alten Riege wird dies der SVP kaum gelingen, diese Wahlen haben es eindeutig gezeigt: 3% Verlust National und 2 Sitze im Ständerat verloren. Scheinbar ist der Zenith dieser Partei erreicht, wenn sie weiterkommen wollen, dann müssen sie endlich mal beginnen Realpolitik zu betreiben und alte Zöpfe abzuschneiden. Dazu gehört für mich endlich mal von dieser „böser Ausländer“ und „böse EU“ Argumentation abzukommen. Es gibt viele Kantonalparteien der SVP, die dies bereits seit längerem so sehen. Nur die Sektion in ZH sieht das natürlich anders. Als Vorschlag für die SVP: Lasst die Sektion ZH sich abspalten, PNOS und sonstige Rechtsaussen brauchen auch Stimmen und dort würden grosse Teile des ZH-Flügels der SVP perfekt hingehören.

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