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Und wiedermal die UBS

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Thema „Manipulation der Libor-Zinssätze“ taucht neben der Barclays Bank auch eine weiterer vertrauter Name auf: die UBS.
Barclays hat sich bereits mit den Regulierungsbehörden geeinigt und bezahlt eine halbe Milliarde Dollar Strafzahlung. Wohlgemerkt ohne Anerkennung einer Missetat seitens der Bank. Klar man bezahlt eine halbe Milliarde wenn man unschuldig ist 😀

Nun ist auch den Name UBS im Zusammenhang mit den Ermittlungen an Licht gekommen. Die Bank gibt zwar dazu keinen Kommentar ab, aber es würde sehr gut passen wenn auch sie mitdabei gewesen wäre. Denn bei diesen Manupulationen waren erstens riesige Gewinne drin und zudem täuschten die zu tief gemeldeten Zinssätze über die finanziellen Probleme der Refinanzierung der Banken 2008 und 2009 hinweg. Keine Bank wollte die erste sein, die durch Meldung des „realistischen“ (höheren) Libors, ihre Probleme bei der Kapitalisierung offengelegt hätte. Also hat man lieber betrogen und auf realistische Zinssätze geschissen. Das ist wieder mal typisch Bank.

Gerade bei einer Bank wie der UBS, welche mit Milliarden an Steuergeldern gerettet werde musste, dürften solche Praktiken nicht vorkommen. Es kann nicht sein, dass die Banken Steuergelder wollen und dann genau so weitermachen wie in der Vergangenheit. Für mich kann es daher nur einen Weg geben: keinerlei Steuergelder für die Rettung der Wirtschaft, zumindest solange nicht wie sich diese Firmen nicht auf Regeln und Vorschriften für die Kapitalvergabe einlassen

1 comment to Und wiedermal die UBS

  • Tobi

    Heute einen interessanten Hintergrundbericht zur Libor-Geschichte im Tagesanzeiger gelesen. Die UBS musste ein gerichtliches Statement of Facts abgeben, welchem sie nicht mehr widersprechen darf. Darin ist recht deutlich festgehalten wie die Libor-Zinssätze manipuliert wurden. Hauptsächlich um die eigenen Refinanzierungskosten zu etwas zu verstecken. Dabei hat die UBS scheinbar einmal die Zinsen zu hochangegeben, dann wieder zu tief. Scheinbar konnten die Händler dem Libor-Desk mitteilen, was sie für eine Zinsmeldung an die BBA wünschten. Und oft wurde diesen Wünschen entsprochen.
    Die FINMA hat der UBS insgesamt 56 Millionen abgezogen und als unrechtmässige Gewinne deklariert. Das zusammen mit dem Schuldeingeständnis seitens der UBS macht Sammelklagen sehr wahrscheinlich und auch erfolgsversprechend. Insgesamt hat die UBS bis heute 1.4 Mrd an Strafzahlungen an die verschiedenen Regulierungsbehörden geleistet.
    Nun kommen scheinbar Sammelklagen von Inverstoren v.a. aus den USA. Dabei sind neben kleinen Privatinvestoren auch grosse institutionelle Investoren (z.B. Fondgesellschaften oder Pensionskassen) beteiligt.
    Sie verklagen die UBS auf entgangene Gewinne wegen der Manipulationen. Die Chancen dürften recht gut stehen, denn dadurch dass die FINMA die 56 Mio kassiert hat wurde mehr oder weniger offiziell festgehalten, dass die UBS aus diesen Manipulationen Gewinne für die eigenen Bücher „erwirtschaftet“ hat. Da könnte man als Betrug am Kunden taxieren

    Ich weiss nicht was man mit der UBS noch alles machen sollte. Auf keinen Fall darf in diesem Fall der Staat mit Steuergeldern oder sonstigen Hilfen zu Seite stehen. Vielleicht sollte man sich überlegen ob man in solchen Fällen wo wirklich Kundenschädigungen vorhanden sind, der Bank nicht ihre Banklizenz entziehen müsste. Sonst lernen die es niemals und werden dieselben Schweinereien auch weiterhin machen. Oder man müsste wirklich substantielle Bussen aussprechen, die den Gewinn so schmälern, dass die Aktionäre gegen das Management Sturm laufen.

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